Fernseher im Kinderzimmer: Eigener Fernseher für Kinder

15. Mai 2013 | Von | Kategorie: Ratgeber

Die meisten Kinder unter 10 Jahren sind nicht nur im Besitz eines Handys, meist zieren auch Tablets und Fernseher die modernen Kinderzimmer von heute. Eltern sollten jedoch darauf achten, dass die Sprösslinge nicht zu viel Zeit vor den digitalen Medien verbringen, sondern den Konsum einschränken und regeln. Maßloses und eigenverantwortliches Handeln ist bei jüngeren Kindern zu viel verlangt. Ein Fernseher im Kinderzimmer würde die Kinder somit vermutlich überfordern.

Brauchen Kinder die digitalen Medien?
Forscher und Psychologen sind sich fast einig, dass Kinder den Umgang mit den Medien erlernen sollten und ihnen der Zugang nicht verwehrt werden sollte. Darunter ist nun nicht zu verstehen, dass Eltern sie uneingeschränkt fernsehen lassen, sondern dass sie ihnen einen gezielten und bewussten Zugang beibringen. Die modernen Medien sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken und die Kinder wachsen mit Technologien auf, die später im Beruf unter anderem auch als Schlüsselqualifikationen gesehen werden. Es ist also nicht falsch, wenn Kinder den Umgang mit Handys, Computern und Fernsehern erlernen, es sollten nur diese Dinge nicht die Hauptbeschäftigung des Tages sein.
Auch Fernsehen kann qualitativ sinnvoll eingesetzt werden, allerdings besteht hierbei nur ein geringer Lerneffekt, da Kinder durch Erfahren, Begreifen und Üben lernen und ihre Umwelt erleben.

Ab welchem Alter ist Fernsehen in Ordnung?
Kinder werden nicht nach dem Fernseher verlangen, wenn sie es nicht kennen. Einmal begonnen, werden sie es vermutlich aber immer wieder einfordern und dann liegt es an den Eltern, den Konsum zu regeln und mit dem Kind sinnvolle Sendungen auszusuchen und diese anzusehen. Das Kind wird viele Fragen haben und kann diese gleich stellen. Es ist empfehlenswert, den Fernsehkonsum mit frühestens vier Jahren zu starten, die Fernsehzeit sollte dann eine halbe Stunde nicht übersteigen. Das setzt aber voraus, dass die Eltern Vorbildwirkung zeigen und nicht in Anwesenheit des Kindes den Apparat permanent laufen haben.
Fernsehen oder Fernsehverbote sollten nicht als Strafe oder Belohnung eingesetzt werden, da diese Komponente das Fernsehen attraktiver und reizvoller machen würde.

Auswahl der Sendungen
Es ist wichtig, auf eine sorgfältige Auswahl der Serien zu achten, denn viele Kindersendungen erwecken einen sympathischen Eindruck, vermitteln aber Werte und konfrontieren das Kind mit Situationen, denen es noch nicht gewachsen ist. An dieser Stelle sind die Eltern gefragt, um Aufklärungsarbeit zu leisten.
Die Länge der Sendungen spielt ebenso eine große Rolle, da sich Kinder nicht über eine lange Dauer konzentrieren können. Kinderfilme, die über eine Stunde dauern, sind erst etwa ab dem Volksschulalter interessant.

Wo soll der Fernseher stehen?
Um Kontrolle über den Fernsehkonsum zu haben, steht der Fernseher idealerweise in jenem Raum, in dem sich das Familienleben abspielt. Sollte dies die Küche sein, sollte der Fernseher während der Mahlzeiten ausgeschalten sein, da sich sonst das Gewohnheitsessen beim Fernsehen einstellen kann, das langfristig zu Übergewicht führen kann. In vielen Kinderzimmern hingegen ist ein Fernseher zu finden, der schnell und gerne bei aufkommender Langeweile eingeschaltet wird. Halten sich die Eltern nun in einem anderen Raum auf, merken sie nicht, wie lange das Kind schon fernsieht und vor allem nicht, was es ausgewählt hat. Ein Kind ist noch nicht in der Lage, Sendungen altersadäquat auszuwählen, und da es nachmittags bereits Sendungen gibt, die für Kinder ungeeignet sind, liegt es in der Verantwortung des Erwachsenen, den Fernsehkonsum ihres Kindes zu beaufsichtigen. Fernseher im Kinderzimmer haben somit den Nachteil, dass eine engere Kontrolle seitens der Eltern geschehen muss.
Die Verlockung ist groß, denn spezielle Fernseher für Kinder sind sehr ansprechend gestaltet, weisen ein kindliches Design auf und sind durch leichte Bedienung einfach zu handhaben. Doch bevor ein Fernseher für Kinder gekauft wird, sollten sich die Eltern gründlich überlegen, ob diese Investition ihren Kindern nicht mehr schadet als nützt.

Bei Teenagern spielt es eine nicht mehr zu große Rolle, wo der Fernseher steht, da diese über mehr Entscheidungsbewusstsein verfügen. Auch hier wäre es ratsam, Alternativangebote zu setzen und sich selbst mit seinen Kindern im Teenageralter zu beschäftigen, damit die Nachmittage nicht ausschließlich im Zimmer vor dem Fernseher verbracht werden.

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