LED Fernseher und Plasmafernseher haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Ihre Technologie hat in der Fernseher Technik die Kathodenstrahl-Röhre abgelöst und ein neues Zeitalter in der Bildschirmdarstellung bei Fernsehern eingeleitet. Ähnlich wie beim Offset-Druck wird in allen genannten Technologien das Bild aus Bildpunkten aufgebaut, die aus verschiedenen Farben bestehen. Je nach Technologie erzeugen diese Bildpunkte selbst Licht, oder sie werden durch eine Hintergrundbeleuchtung zum Leuchten gebracht.
Die Technik ist ebenso revolutionär wie faszinierend. Nachdem die Kathodenstrahl-Bildröhre jahrzehntelang den Markt bei Fernsehern und Computerbildschirmen dominiert hat, eroberten die digitalen Technologien seit ca. 1975 mehr und mehr Marktanteile. Etwa seit Beginn der achtziger Jahre wurden von einigen Herstellern Plasmabildschirme für Laptops eingesetzt. Das war das Startsignal für Plasmafernseher, die seit 1997 Stück für Stück den Markt eroberten. Der Plasmafernseher, beziehungsweise Plasmabildschirm wurde aus dem so genannten LCD – Bildschirm weiter entwickelt. Diese Flüssigkristallanzeige beruhte auf dem Prinzip, dass Flüssigkristalle unter dem Einfluss verschiedener elektrischer Spannung ihre Lichtdurchlässigkeit ändern. Für die späteren Plasmafernsehrer war die elektronische Technik der LCDs wichtig zur Versorgung kleinster Lichtelemente über tausende Leiterbahnen mit unterschiedlichen elektrischen Spannungen, um auf diese Weise ein Bild zu erzeugen. Auch im LED Fernseher werden kleinste Lichtelemente – nämlich die Elektroden – mit unterschiedlicher elektrischer Spannung versorgt, um auf diese Weise unterschiedlich farbiges Licht zu erzeugen und ein Bild aufzubauen.

Entwicklung der LCD-Technik

Trotz ihrer vielen Gemeinsamkeiten gibt es in Bezug auf den Aufbau, die stoffliche Beschaffenheit und das Wirkungsprinzip bei der Lichterzeugung auch markante Unterschiede zwischen LCD -, LED – und Plasmafernsehern. Erstaunlicherweise gehen die ersten Erkenntnisse über das Verhalten von Flüssigkristallen schon auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. In den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden international zahlreiche Patente über die optische Wirkung von flüssigen Kristallen unter dem Einfluss elektrischer Spannung angemeldet. Viele verschiedene technische Lösungen mit Lochmasken und Matrizen und Mehrfach-Lochmasken führten schließlich zum Einsatz von Flüssigkristall-Bildschirmen in Taschenrechnern, Digital-Uhren, Handys und in den Bildschirmen von Laptops und Fernsehgeräten. Ohne die Entwicklung der LCD-Technik wären die heute bekannten LED-Fernseher nicht denkbar. Insbesondere die elektronische Ansteuerung der optischen Elemente, die aus Tausenden von Lichtelementen bestehen, hat sich im Wesentlichen in der LCD-Technik entwickelt.

LEDs – Die Leuchtdioden

Zirka ab dem Jahr Jahre 2007 wurden LCD-Bildschirme mit einer zusätzlichen Hintergrundbeleuchtung aus LEDs (Leuchtdioden) ausgestattet. Dazu wurden überwiegend weiße LEDs eingesetzt. Bis in das Jahr 2012 hatten die meisten sogenannten LED-Fernseher einen Flüssigkristall-Bildschirm mit einer Hintergrundbeleuchtung aus Leuchtdioden. Die neuesten Modelle setzen Leuchtdioden direkt für die Bilddarstellung ein. Das hat den Vorteil, dass Kontraste, Bildschärfe und Farbe nicht mit der Zeit schwächer werden, wie bei Flüssigkristallen. LEDs haben eine höhere Lebensdauer und Zuverlässigkeit als Flüssigkristalle. Ferner ermöglicht diese Technologie eine noch kompaktere Bauweise, also geringere Bautiefe und flachere Bildschirme und auch der Stromverbrauch ist bei den neuen LED-Fernsehern geringer.
Die Technik, herkömmliche Flüssigkristall-Bildschirme von hinten mit LEDs anzuleuchten, wird voraussichtlich noch einige Jahre Anwendung finden. Beim Kauf ist deshalb immer darauf zu achten, ob es sich bei dem ausgewählten Gerät um einen Fernseher mit LCD-Bildschirm handelt, der durch LEDs von hinten beleuchtet wird, oder ob tatsächlich eine dynamische Leuchtdiodenansteuerung für den Bildaufbau eingesetzt wird. Es darf erwartet werden, dass die Fachmessen der Branche in der Zukunft immer mehr Fernsehgeräte mit dynamischer Leuchtdiodenansteuerung vorstellen werden. Solche Geräte sind an den kontraststarken Bildern, bei denen die schwarzen Bildpunkte tatsächlich vollständig dunkel sind, erkennbar. Bei LCD-Fernsehern mit LED – Hintergrundbeleuchtung scheinen die LEDs oft durch. Das Schwarz erscheint eher wie ein dunkles Grau. Die Farbkontraste sind schwächer.

Die reine LED-Technik ist noch nicht vollständig ausgereift. Die verschiedenen Methoden des Bildaufbaus mit LED – Hintergrundbeleuchtung oder dynamischer Leuchtdioden-Ansteuerung, die Verwendung organischer oder anorganischer Leuchtdioden und die immer noch attraktive LCD-Technik lassen verschiedene Vorteile und Nachteile entstehen.
So kann ein als LED – Fernseher geltendes Gerät durchaus mehr Strom verbrauchen, als ein herkömmliches Gerät, wenn die verwendete Technik nicht ausgereift ist.
Weil die LED – Technik in allen Varianten immer noch vergleichsweise teuer ist, sollten die in Frage kommenden Fernsehgeräte umfassend geprüft werden. Um nicht falsch einzukaufen, sollten erst die eigenen Anforderungen an das Fernsehgerät zusammengefasst werden, um diese dann im Gespräch mit einem kompetenten Berater zu vergleichen.

Plasmafernseher: Funktionsweise und Besonderheiten

Beim Plasmafernseher wird ein Edelgas zwischen zwei Glasplatten ionisiert. Das Gas befindet sich in winzigen Kammern, von denen jeweils drei einen Bildpunkt bilden. Durch unterschiedliche elektrische Ströme werden im Bildpunkt die Grundfarben Rot, Grün und Blau gemischt. Die sogenannte additive Farbmischung erzeugt die gewünschte Farbe. Jede der winzigen Kammern hat einen eigenen Transistor, der das Gasgemisch „zündet“, das heißt, er verwandelt das Edelgas kurzzeitig in Plasma. Der Lichteffekt wird erzeugt, wenn das Licht auf eine Phosphor – Schicht auf der hinteren Glasplatte trifft und sie ganz kurz zum Leuchten bringt. Das Ergebnis ist ein gestochen scharfes Bild, welches auch in der Betrachtung von der Seite aus glasklar ist. Tausende von Leiterbahnen versorgen auch hier die Bildpunkte mit der elektrischen Energie, um Licht zu erzeugen und das Bild aufzubauen. Plasmafernseher sind besonders flach. Selbst mit eingebautem Lautsprecher und integriertem Tunersystem beanspruchen sie wenig Tiefe und sind wegen ihres geringen Gewichts leicht handelbar. Die Technik der Plasmafernseher ist ausgereift und zuverlässig. Wegen der aufwändigen Technik und dem vergleichsweise hohem Preis werden Plasmafernseher erst ab einer Bildschirmgröße von 42“ Zoll angeboten. Sie sind die richtige Wahl bei höheren Ansprüchen an die Bildqualität und den Fernseh – Genuss im „Heimkino“. Plasmafernseher gelten als die hochwertigsten Produkte der aktuellen Fernseher Technik.