Der Gang durch die Abteilung eines mittelgroßen Elektronikfachmarktes zeigt, dass der Kauf eines Fernsehens alles andere als eine übersichtliche Angelegenheit ist. Nicht nur die unterschiedlich großen Bildschirmdiagonalen sorgen für Verwirrung – auch die Wahl der entsprechenden LCD,- LED- oder Plasmatechnologie bringt so manchen Nutzer an die Grenzen seines technologischen Sachverstandes. Hinzu kommen noch die unzähligen Ausstattungsmerkmale unter denen die Wahl nicht unbedingt einfach fällt. Dürfen es auch noch ein paar Anschlussmöglichkeiten mehr sein? Und überhaupt: Kann die neue Fernsehzentrale auch an das Internet angeschlossen werden? Auf diese und andere Fragen gilt es, passende Antworten und Tipps zu finden. Sicher ist indes nur, dass die alten Röhrenmonitore ausgedient haben dürften.

Neuen Fernseher kaufen – auf die richtige Größe und Auflösung kommt es an

Die wohl wichtigste Frage, die vor dem Kauf eines Fernsehers beantwortet werden muss, ist für welchen Zweck das neue Gerät verwendet wird und wieviel Platz das heimische Wohnzimmer bietet. Geht es eher darum, ein Zweitgerät zu haben oder wird der neue Fernseher den zentralen Fernsehplatz einnehmen? 32-Zoll-Monitore können unter Umständen die richtige Wahl sein, wenn ohnehin wenig Platz zur Verfügung steht. Einziger Nachteil: In dieser Bildschirmgröße ist keine Plasma-Technologie erhältlich. Wer sich für Diagonalen um die 40 Zoll entscheidet, sollte aber bedenken, dass die hohe Bildqualität auch nur mit einem entsprechenden Abstand zum Gerät wahrgenommen werden kann. Ähnliches gilt auch für Bildschirmgrößen von 50 Zoll (oder mehr), zu denen mindestens drei Meter Sitzabstand gehalten werden sollte. Das dann gezeigte Bild ist bei HDready-Monitoren mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixel mehr als ausreichend. Full HD-Fernseher können zwar bis zu 1920 x 1080 Bildpunkte wiedergeben, doch noch lange nicht alle Sendungen werden in HD-Qualität ausgestrahlt. Beim Kauf empfiehlt es sich übrigens, die Bildqualität bei seitlicher Betrachtung in Augenschein zu nehmen, da nicht alle Fernseher eine entsprechend gleichmäßige Winkelwiedergabe haben.

LED, LCD oder Plasma?

Um die Verwirrung möglicherweise noch größer zu machen: LED-Fernseher gibt es (im Grunde) nicht, auch wenn sie von vielen Herstellern unter diesem Namen beworben werden. Sogenannte „Backlight“-Panels oder Lichtdioden an den Bildschirmrändern sorgen zwar für eine höhere Leuchtkraft und Luminanz – diesen Geräten liegt aber ebenfalls die LCD-Technologie zugrunde. Wie weiter oben schon angedeutet, sind erst ab Bildschirmdiagonalen von um die 40 Zoll Plasmageräte erhältlich, was die Auswahl bei kleineren Geräten bereits vereinfacht. Wer in Gerätegrößen darunter nach einem neuen Fernseher sucht, verzichtet jedoch nicht unbedingt auf den neuesten Stand der Technik, denn: LCD- und Plasma-Monitore haben gleichermaßen Vor- wie Nachteile. Der besondere Vorzug von LCD-Monitoren ist, dass sie ein insgesamt schärferes, satteres und helleres Bild produzieren, während Plasma-Geräte eine größere Graustufen-Abstufung erlauben und ein insgesamt natürlicheres Bild bieten. Der Grund: Die Bildpunkte bestehen bei der LCD-Technik aus von hinten beleuchteten Flüssigkristallen – bei der Plasma-Technologie wird hingegen Plasma in den Bildpixeln zum Leuchten gebracht. Neben der Größe und der zum Einsatz kommenden Technik ist aber auch mit Sicherheit der Preis entscheidend. Dieser hängt aber nicht zuletzt von den entsprechenden Anschlüssen und Erweiterungsmöglichkeiten ab. Nicht zu vernachlässigen sind die bei einem Full-HD-Plasma-Fernseher zusätzlich entstehenden Stromkosten – 130 Euro und mehr bei einer durchschnittlichen Verweilzeit von täglich drei Stunden sind durchaus drin.

Die unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten

Gute Beratung ist das A und O beim Fernseher kaufen – das wird nicht zuletzt bei der Vielzahl der unterschiedlichsten Anschlussmöglichkeiten deutlich. Je nach Monitorgröße und -ausstattung ist eine Vielzahl von Anschlusskombinationen denkbar. Wichtig: Welche Geräte oder Player sollen später angeschlossen werden? In der Regel kommen Fernsehgeräte ab 32 Zoll mit mindestens zwei HDMI-Anschlüssen daher, die das bequeme zuschalten von DVD-Playern und Co. erlauben. Gut beraten ist der Käufer allerdings, wenn er sogar auf drei HDMI-Steckplätze Wert legt, denn so ist das Zuschalten weiterer Geräte problemlos möglich. Neben HDMI- sind mittlerweile auch USB-Anschlüsse Standard, mit denen Kameras oder andere USB-Devices angeschlossen werden können. Wer außerdem ältere Player betreiben möchte, die über sogenannte SCART-Buchsen verfügen, wird zwar etwas länger suchen müssen, aber ebenfalls passende Fernseher finden. Eine Besonderheit stellen Pay-TV-Receiver dar, die nach einer CI+-Schnittstelle verlangen.

Das will ich sehen! Tipps für die richtige Programmwahl

Wie sieht es aber eigentlich mit den Empfangsmöglichkeiten der jeweiligen Fernsehgeräte aus? Auch hier gilt es auf die entsprechenden Wahlmöglichkeiten zu achten – nicht jedes Gerät beherrscht alle Empfangssprachen! Während Analog-TV, DVB-T und DVB-C mittlerweile zur Standardausrüstung der meisten Fernseher gehören, lohnt auch ein Blick auf die Ausstattung des Fernsehgeräts mit DVB-S2, mit dem der Empfang digitaler Satellitensignale möglich ist. Die Möglichkeiten neuerer Modelle gehen noch weiter: Smart TV ist voll im Kommen. Mit HbbTV ausgestattete Fernseher erlauben es zusätzlich, Inhalte aus dem Internet zu laden. Noch interessanter wird es, wenn das in Frage kommende Gerät den DLNA-Standard unterstützt. Mit Hilfe dieser Technologie hat der Nutzer Zugriff auf Online-Mediatheken und erhält so zusätzlich die Möglichkeit, Content vom heimischen PC aus zu empfangen. Zusammen mit einer integrierten Aufnahmefunktion sowie einer externen oder internen Festplatte, lässt sich der Fernseher zum multimedialen Allroundtalent umfunktionieren.

Das will ich hören! Beim Fernseher kaufen auf den Sound achten!

Was nützen die ausgeklügelten Schnittstellen oder der Empfang einer Vielzahl unterschiedlichster Sender, wenn der Sound zu Wünschen übrig lässt? Denn: Noch lange nicht selbstverständlich ist es, dass die Hersteller ihre Geräte mit brauchbaren Audio-Ausgabesystemen ausstatten. Unter Umständen hilft hier nur, den Fernseher an die heimische Audioanlage anzuschließen. Möglich wird dies in den meisten Fällen mittels der entsprechenden HDMI-Anschlüsse, über die die heimische Audio-Anlage hoffentlich verfügt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Lautsprecher rechts und links neben dem Fernsehbild stehen, um ein wirklich synchrones Hörerlebnis zu erhalten, das auch zum entsprechenden Fernsehbild passt.

Fazit

Bei dem Kauf eines neuen Fernsehers ist auf eine Vielzahl von Parametern zu achten. Wichtig ist es daher, dass nicht der erstbeste Fernseher gekauft wird, sondern ausführlich verglichen und eine entsprechende Beratung in Anspruch genommen wird. Wird der Fernseher außerdem in einem Fachgeschäft gekauft, muss beachtet werden, dass dort ein anderes Licht als im eigenen Wohnzimmer vorherrscht – das Umgebungslicht sollte daher nach Möglichkeit reduziert werden. In der Regel werden außerdem HD-Bilder gezeigt, die nicht unbedingt dem Fernsehalltag entsprechen. Eine eigens mitgebrachte DVD oder das Umschalten auf einen Nachrichtensender hilft, die Qualität besser zu beurteilen.

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