Curved TVs sollen den Zuschauer direkt ins Filmgeschehen ziehen – wir verraten Ihnen, ob das stimmt!

Curved TV, also Fernseher mit gebogenem Bildschirm, erlebten in den letzten Jahren einen regelrechten Hype in der Unterhaltungselektronikbranche. Die Curved TVs kommen in einem konkav gekrümmten Design daher und wirken fast wie aus der Zukunft. Technisch sind sie auf dem allerneusten Stand und versprechen zusätzlich ein einzigartiges TV-Erlebnis. Allerdings zeichnen Tests, wie von der Stiftung Warentest, ein ernüchterndes Bild der angeblichen Vorteile gekrümmter TV Bildschirme. Dementsprechend scheinen sich viele der Hersteller von der Technologie zurückzuziehen. Aber sind Curved TVs tatsächlich unnötig oder können sie trotz allem zu einem besseren Fernseherlebnis beitragen? Zuerst wollen wir uns die Technik der Curved TVs ansehen.

Curved TV – wie funktioniert das?

Die Technik eines Curved TV ist an sich nichts Kompliziertes. Der Bildschirm soll durch eine konkave Krümmung, also einer Biegung vom Zuschauer weg, einen verbesserten Blickwinkel auf das Gezeigte liefern. Bei gewöhnlichen Flatscreens ist der Abstand der Augen des Betrachters zu den Bildpunkten auf dem Display unterschiedlich groß. Die Biegung von Curved TVs verringert diesen Abstand. Dadurch werden Kontrast- und Farbverluste gegenüber Flachbildschirmen ausgeglichen und bei gleicher Bildschirmbreite wirkt der Curved TV größer als ein vergleichbarer Flatscreen Fernseher. Außerdem soll ein Effekt herbeigeführt werden, der den Zuschauer quasi in das Bild hineinzieht. Anderweitig sind Curved TVs in allen wichtigen und aktuellen Ausstattungen erhältlich. Ob in hoher Auflösung wie UHD oder 4K, mit HDR Fähigkeit oder als Smart TV: In diesen Punkten stehen Curved TVs ihren geraden Verwandten in nichts nach. Die Bildschirme basieren entweder auf OLED oder von LED beleuchteten LCD Screens.

Nachteile Curved TV – zu viel versprochen?

Um die positiven Effekte des Curved TV voll auskosten zu können, muss der Betrachter am besten direkt in der Mitte vor dem Bildschirm sitzen und zwar relativ nah am Gerät. Dieser ideale Betrachtungsbereich ist sehr gering. Es wird davon ausgegangen, dass nicht mehr als drei Zuschauer vor einem durchschnittlich großen Curved TV genügend Platz haben, um dieses perfekte Sichtfenster auszukosten. Einige Hersteller gehen dieses Problem mit Flexible TVs an. Diese sollen je nach Bedarf vom Kunden selbst biegbar sein. Allerdings gibt es diese Geräte noch nicht zu kaufen und werden ihren Preisen im vier- bis fünfstelligen Bereich nach noch nicht für den Normalkunden erschwinglich sein. Das wichtigste Verkaufsargument der Curved TVs ist der versprochene Effekt des Hineingezogen-werdens ins Bildgeschehen. Allerdings, so Stiftung Warentest in einer Studie von 2014, sei dieser Effekt erst ab einer Bildschirmgröße von etwa 65 Zoll bei gleichzeitig sehr geringem Abstand zwischen Betrachter und Curved TV erwartbar. Weiterhin sollen die gebogenen Fernseher anfälliger für störende Spiegelungen sein und nebenbei sind die gebogenen Screens sowieso ein Stück teurer als herkömmliche Flachbildschirme. Verschmerzbare Nachteile sind außerdem ein etwas größerer Platzbedarf im Wohnzimmer und eine eventuell schwierigere Befestigung an der Wand.

Curved TVs – leider nicht für jedermann

Insgesamt scheinen die Curved TVs ihr volles Potential nur für eine kleine Zielgruppe entfalten können. Das ist eine Zielgruppe mit ausreichend Platz und wenigen Beisitzern, die sich mittig vor dem Bildschirm platzieren können. Für größere Familien und gesellige TV-Abende mit Freunden bergen die Curved TVs eher Nachteile. Wenigstens sind die gebogenen Screens durch ihre gemeinsame OLED oder LED LCD Technik mindestens so energieeffizient wie Flachbildschirme. Weitere wichtige Ausstattungen und Neuerungen in der Fernsehtechnologie gehen ebenso wenig an Curved Fernsehern vorbei, so dass sie im Zweifelsfall nicht die schlechteste Alternative zu gewöhnlichen Fernsehbildschirmen darstellen.